Kanalrollen und Nutzungssituationen

Kanalrollen und Nutzungssituationen: Warum es so wichtig ist, genau zu wissen, in welcher Situation deine Kund:innen auf den Kanälen unterwegs sind

Warum es so wichtig ist, genau zu wissen, in welcher Situation deine Kund:innen auf LinkedIn, Insta & Co. unterwegs sind

Sind deine Zielgruppen eher auf LinkedIn oder auf Insta? Wahrscheinlich findest du sie auf beiden Netzwerken – aber in einer anderen Rolle.

Denn Wahrnehmung – und damit letzten Endes auch Kaufentscheidungen – entstehen immer hybrider. Du musst dir nur deine eigene Mediennutzung vor Augen führen, die in etwa so aussehen könnte: Morgens zum Kaffee durch Insta scrollen, auf dem Arbeitsweg den Podcast im Ohr, während des Hochfahrens des Rechners schnell noch LinkedIn checken, in der Mittagspause dann vielleicht etwas intensiver. Und zum Abschluss des Tages auf dem Sofa nochmals ein bisschen Inspo bei Insta.

Was fällt auf? Gleiche Person, unterschiedliche Situation, unterschiedliche Erwartung: Wir konsumieren parallel in privater und beruflicher Rolle, mit vielen kleinen Kontakten über die unterschiedlichen Situationen hinweg. Dabei wirken die Kanäle auf unterschiedlichen Ebenen unserer Wahrnehmung, wenn wir im Freizeit-Modus, mal im beruflichen Setting unterwegs sind.

Inhalte aus der Nutzungssituation heraus denken

Genau hier liegt eine große Chance, um du deinen Content noch gezielter und punktgenauer zu konzipieren: Denke die Inhalte kanalübergreifend und aus der Nutzungssituation deiner Zielgruppen heraus.

Wie? Indem du im ersten Schritt konkrete Personas für deine Zielgruppen erstellst und die Art und Weise, wie sie die Kanäle in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen nutzen, genau analysierst. Und daraus im zweiten Schritt klare Rollen für die jeweiligen Kanäle definierst.

Werfen wir einen Blick auf Insta und LinkedIn und die Situationen, in denen sie häufig genutzt werden:

Instagram: Nähe, Inspiration, Alltagshilfe

Die meisten Menschen nutzen Instagram im privaten Kontext – nebenbei, um Wartezeiten zu überbrücken oder sich etwas Unterhaltung zu gönnen. In dieser Situation bevorzugen sie Inhalte, die unterhalten und bewegen. Durch persönliche Geschichten, die emotional berühren. Nützliche und konkrete Tipps, die den Alltag leichter machen. Schnelle Infos und einfache Antworten auf kleine und große Fragen. Empfehlungen und Einblicke. Wer sich angesprochen fühlt, weil es nahbar und einfach ist, interagiert.

Instagram erreicht Menschen in einer Rolle, die emotional offen und von Interessen geleitet ist – und ist damit der Kanal für Nähe und Beziehungsaufbau. Komplexe Argumentationen, abstrakte Themen oder Inhalte ohne Alltagsrelevanz passen nicht zum Insta-Mindset.

LinkedIn: Einordnung, Kompetenz, Fachlichkeit

Auf LinkedIn sind wir eher im beruflichen Kontext unterwegs – und nehmen uns mehr Zeit für Tiefe. Wir möchten uns informieren, unser Netzwerk erweitern, suchen fachliche Impulse und tiefere Einblicke.

LinkedIn ist daher besonders geeignet, um Kompetenz und Reputation aufzubauen, Themen fachlich einzuordnen und sich als Vordenker (Thoughtleader) zu positionieren. Stark vereinfachte oder beliebige Inhalte ohne fachlichen Nutzen passen hier nicht hin.

Kanäle aufeinander abstimmen

Instagram kann es uns also ermöglichen, auf Alltagsebene einen ersten Zugang zum Thema zu schaffen, während LinkedIn den entstandenen Eindruck vertiefen kann. Wer die Kanäle so aufeinander abstimmt, kommuniziert zielgerichteter. Denn wir haben die Gelegenheit, unsere Botschaften absolut passgenau aufzubereiten.

Hier sind drei Fragen, die du dir zu Beginn stellen solltest:

  • In welcher Situation nutzt meine Zielgruppe den Kanal?
  • Was braucht sie in diesem Moment?
  • Welche Aufgabe ergibt sich daraus für den Kanal?

Die Antworten helfen, ganz konkret aus der Perspektive deiner Nutzer:innen heraus zu denken und sie so anzusprechen, wie sie es im jeweiligen Moment brauchen. Und schaffen damit die perfekte Grundlage für ein Storytelling, das wirklich begeistert.

 

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